Die Beliebtheit des Holunders ist im Frühling, wenn sie blüht, gut zu beobachten. Am frühen morgen begegnet man im Wald auf einmal verblüffend vielen Menschen. Die begehrten Holunderblüten werden fleissig, mit zum Teil erstaunlichen Methoden gesammelt 😀
Der Holunder ist eine Heilpflanze die von den Menschen seit jeher verehrt aber auch gefürchtet wird. Zu den Rauhnächten, eine der wichtigsten Tage in der Tradition des Räucherns, hat er einen besonderen Bezug.
Warum ein gewisser Respekt vor dem Holunder ganz gut ist und was genau der Zusammenhang zu den Rauhnächten ist, das erfahrt ihr im Beitrag.

Willst du aus dem Leben scheiden tue den Holunder schneiden
Der Holunder vereint wie keine andere Pflanze die Gegensätze. Im druidischen Baumkalender ist er der Baum, der das Jahr abschliesst und gleichzeitig beginnt. Sie steht auch für Tod und Wiedergeburt. Die weissen Blüten und schwarzen Früchte des Holunders sind nur schon rein optisch sehr gegensätzlich. Die weissen Blüten symbolisieren die Fruchtbarkeit, während die schwarzen Beeren für den Tod stehen.

Der Holunder ist eine der ältesten Heilpflanzen. Er hat den Beinamen Bauernapotheke erhalten, da aus all seinen Bestandteilen Heilmittel hergestellt werden können. Die Blüten des Holunders sind antiviral und immunstärken. Sie werden gerne zu Tee verarbeitet und können bei Erkältungen eingesetzt werden.
Die schwarzen Beeren müssen erhitzt werden, damit sie für den Menschen geniessbar sind. Sie stärken die Vitalität und unterstützen bei Erkältungen.
Die Blätter des Holunders werden zu Salbe verkocht und bei Verbrennungen oder Erfrierungen eingesetzt.
Mit der Rinde werden Umschläge gemacht die bei Hautinfektionen, Geschwüren und Insektenstichen angewendet werden.

In Europa hatte früher jeder Hof einen Holunder. Als starker Schutzbaum sollte der Hofholunder das negative Anziehen, die Menschen und Tiere vor Krankheiten verschonen und den Hof vor Feuer und Blitzeinschlag bewahren. Es war sogar möglich Krankheiten an den Holunderbaum zu hängen, um sich davon zu befreien. Ihm wurde eine sehr starke Kraft nachgesagt.
Bis heute wird der Holunder ungern geschnitten. Schon früher hatte die Leute grossen Respekt davor. Sie glaubten, dass man dadurch Unglück oder sogar den Tod anzieht. Bevor sie den Holunder schnitten fragten sie ihn um Erlaubnis und führte zusätzlich spezielle Rituale durch. Damit wollten sie verhindern, dass Sie ein grosses Unglück erfahren.
Die Rauhnächte, Frau Holle und der Holunder
Die Rauhnächte sind die Tage um den Jahreswechsel und können je nach Region unterschiedlich beginnen und andauern. Verbreitet sind 12 Rauhnächte, die stellvertretend für jeden Monat im kommenden Jahr stehen und am 24ten Dezember beginnten. In den Tagen zwischen den Jahren ist die geistige Welt uns besonders nah und kann uns einfacher unterstützen. Die Raunächte können genutzt werden um Altes loszulassen, sich neu auszurichten und neues zu Empfangen. Sie dienen auch dazu, das alte Jahr zu verabschieden und für eine Vorschau auf das kommende Jahr. Ein alter Brauch ist es, im alten Jahr das Haus zu räuchern um unbelastet ins neue Jahr zu starten.
In der Zeit der Raunächte zieht die Percht, auch bekannt als Frau Holle, übers Land. Frau Holle hat, wie uns aus dem Märchen der Gebrüder Grimm bekannt ist, zwei Seiten. Sie ist eine holde aber auch wilde zornige Göttin. Darum wird sie auch mit zwei Gesichter dargestellt. Das eine ist alt, furchteinflössend und hässlich. Während das andere Gesicht jung, schön und freundlich ist.
So fegt Frau Holle in den Rauhnächten übers Land und bestraft die Faulen oder Leute die Unrecht getan haben. Gleichzeitig belohnt sie die Fleissigen und Hilfsbereiten. Sie stellt auf ihre Weise Gerechtigkeit her.

So wie Frau Holle alles umspannt und gütig und grausam zugleich ist, so ist auch der Holunder eine schützende oder Unglück bringende Pflanze. Frau Holle ist eng mit dem Holunder verbunden. In der Mythologie wohnt sie im Erdreich, am unteren Ende des Holunders. Aus diesem Grund steht auch der Holunder in engen Zusammenhang mit den Rauhnächten. Er wird gerne den Rauhnachts-Räuchermischungen beigegeben. Das Verräuchern von Hollunder ist:
- schützend
- reinigend
- heilend
- hilft die nächsten Schritte/Lebensaufgabe zu erkennen
- unterstützt bei Ahnen und Übergangsritualen
Der Holunder ist eine allumfassende Pflanze, die uns in verschiedenen Lebensabschnitten begleiten und unterstützten kann. Wichtig ist, dass wir dieser Pflanze achtsam und mit Respekt begegnen, damit wir in den Genuss ihrer Güte kommen.
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