Es war einmal in der schönen Schweiz. Da machte sich eine Räucherexpertin auf in den Wald um Fichten Harz zu sammeln und erlebte dabei eine unerwartete Überraschung.
Eifrig macht sich die Räucherexpertin am Morgen früh auf den Weg in den Wald um nach Fichten zu suchen. Sie hatte sich gut vorbereitet und wusste, dass der Nadelbaum an seiner rötlich, schuppig Rinde erkannt werden kann.

Sie wusste auch, dass Fichtenharz das stärkste Harz der Nadelbäume ist, sozusagen der einheimische Weihrauch. Dieses eignet sich beim Räuchern hervorragend zum energetischen reinigen von Räumen und desinfiziert auch gleich noch die Raumluft. Es hat die Eigenschaft
- altes, verborgenes ans Licht zu bringen,
- beruhigt und
- ist gleichzeitig aufbauend, belebend und reinigend für Körper und Geist.
Es galt also Ausschau zu halten, nach Fichten und dem kostbaren Harz. Sie hatte einen Plastikbeutel und ein stumpfes Messer eingepackt, um das Harz zu Sammeln.
Von goldenem Harz
So marschierte sie gemütlich auf einem kleinen Weg und genoss die frische Waldluft. Auf einmal, nach einer verschlungenen Kurve, stand da in einiger Entfernung eine grosse, stattliche Fichte. Mit schnellen Schritten näherte sie sich dem Nadelbaum und hoffte, ein wenig Harz zu finden. Sie wusste, dass man bei den Bäumen nur das getrocknete Harz nehmen soll.
Nur noch ein paar Schritte und dann war sie bei der Fichte. Als sie direkt vor dem Nadelbaum stand, sah sie einen kleinen goldfarbigen Harz Rinnsal. Sie blieb kurz stehen und betrachtete die leuchtend schimmernden Tropfen, der sich am Ende gebildet hat. Für einen kurzen Moment vergas sie alles.

Als sich langsam wieder Gedanken einschlichen, schaute sie sich noch die Rückseite von der Fichte an. Aber da war leider kein weiteres Harz zu finden. Sie hielt es irgendwie für falsch den goldenen Tropfen zu sammeln. So entschied sie sich das Harz zu lassen und weiterzugehen.
von braunem Harz
Frohen Mutes, lief sie über Stock und Stein. Vorbei an kleinen Bächen, über Moos bis sie zu einer Lichtung kam. Da, auf der linken Seite, ein bisschen versteckt, war eine Fichte. Freudig lief sie darauf zu. Von vorne konnte sie kein Harz entdecken. Aber sie liess sich nicht entmutigen und prüfte noch die Rückseite der Fichte. Auf den ersten Blick war kein Harz zu erkennen. Bei genauerem Hinschauen fiel ihr ein dunkelbrauner Knubbel auf. Es sah fast so aus als ob es Rinde oder Holz wäre.

Aber davon liess sie sich nicht täuschen. Sie brach ein bisschen ab und steckte sich die Brösel in den Mund. Als sie den herben, zitronigen Geschmack im Mund spürte, wusste sie, dass es Harz war. Schnell nahm sie das Messer hervor und schabte das Harz vorsichtig ab. Da das Harz auf einer Seite noch ein bisschen klebrig war, schnappte sie sich ein Efeu Blatt das in der Nähe war und wickelte das Harz darin ein. Sie freute sich sehr über den Fund und entschied noch ein Stück weiter zu gehen. So verliess sie die Lichtung und folgte einem schmalen Weg. Sie ging über kleine Brückchen, vorbei an grossen Brennesseln und Brombeer Studen. In Gedanken summte sie ihr Lieblingsmantra. Vielleicht war es manchmal nicht nur in Gedanken?
Von rotem Harz
Nach einer Weile hatte sie den Wald durchquert und stand auf einmal auf einer grossen Wiese. Für einen kurzen Moment war sie ein bisschen enttäuscht, dass sie keine weitere Fichte mehr gefunden hatte. Sie liess den Blick über die Wiese schweifen und sah sie auf einmal reife, rote Früchte an den Kirschbäumen. Da sie schon eine Weile unterwegs war, dachte sie sich, sie gönnt sich ein paar saftige Kirschen. Als sie sich dem Kirschbaum näherte sah sie nicht nur die Kirschen rot leuchten. Auch am Stamm schien irgendetwas Rot zu schimmern. Konnte es tatsächlich sein, dass das Kirschharz war? Sie erinnerte sich, dass es auch Kirschbäume ‚harzen‘ um die Verletzungen zu schützen. Als sie beim Kirschbaum war, sah sie, dass es tatsächlich Harz am Stamm hatte. Da das Kirschharz, das eigentlich ein Gummi ist, eher selten ist und auch zum Räuchern benutzt werden kann, freute sich die Räucherexpertin sehr über den Fund.

In Gedanken versuchte sie sich zu erinnern, welche Eigenschaften das Kirschharz beim Räuchern hat. Nach einigem grübeln, wusste sie es wieder. Das Kirschharz gibt innere Ruhe und Stärke. Das kann man ja immer gebrauchen 🙂
Sie prüfte kurz ob das Harz auch wirklich trocken war. Und holte dann wieder das Stumpfe Messer hervor und trug das Harz vorsichtig ab.
Mit frohem Herzen über den unerwarteten Fund und einigen Kirschen im Mund machte sich die Räucherexpertin auf den Heimweg.
So lief die Räucherexpertin beschwingt über Brückchen, vorbei an Brombeer Studen nach Hause. Und wenn sie nicht gestorben ist, dann räuchert sie noch heute…
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